Das Wichtigste vorab
- Die Rürup-Rente mit ETFs kombiniert die volle Steuerabsetzbarkeit von bis zu 30.826 Euro jährlich mit den Renditechancen des Kapitalmarkts bei vergleichsweise niedrigen Fondskosten.
- ETFs kosten typischerweise 0,1 bis 0,3 Prozent TER jährlich, aktiv verwaltete Fonds dagegen 1,5 bis 2,5 Prozent. Über 30 Jahre kann dieser Unterschied bei vollem Höchstbeitrag mehrere hunderttausend Euro im Endkapital ausmachen.
- Selbstständige und Gutverdiener mit einem Grenzsteuersatz ab rund 35 Prozent profitieren am stärksten, weil die Steuerersparnis in der Ansparphase die spätere Besteuerung der Rente und die eingeschränkte Verfügbarkeit aufwiegen kann.
- Das Kapital in der Rürup-Rente ist bis mindestens 62 Jahren vollständig gebunden. Keine Kündigung, keine Kapitalauszahlung. Dafür ist das Guthaben pfändungssicher und wird beim Bürgergeld nicht angerechnet.
Die Rürup-Rente mit ETFs kombiniert staatliche Steuerförderung mit den Renditechancen des Kapitalmarkts. Ob diese Kombination besser ist als ein einfacher ETF-Sparplan ohne Förderung, hängt von deiner individuellen Situation ab. Dieser Ratgeber zeigt, wann sich die Kombination aus ETFs und einer Rürup-Rente wirklich lohnt und wann nicht.
Was ist eine Rürup-Rente mit ETFs?
Die ETF-basierte Rürup-Rente ist eine fondsgebundene Basisrente, bei der die Beiträge statt in klassische Versicherungsprodukte in kostengünstige Indexfonds investiert werden. Besonders aufgrund der niedrigen Fondskosten ist das Produkt für die langfristige Anlage sehr spannend.
Wie funktioniert die Basisrente grundsätzlich?
Die Rürup Rente ist eine staatlich geförderte, kapitalgedeckte Altersvorsorge nach §§ 10 und 22 EStG. Sie wurde 2005 eingeführt und richtet sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler ohne Zugang zur Riester-Förderung. Der Kern: Beiträge sind vollständig steuerlich absetzbar, dafür gibt es ab frühestens 62 Jahren eine lebenslange monatliche Rente.
Was macht ETFs als Anlageform besonders?
ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Vergleichsindex wie den MSCI World oder den S&P 500 nachbilden, ohne aktives Fondsmanagement und deshalb zu deutlich niedrigeren Kosten. Aktive Aktienfonds verlangen häufig 1,0 bis 1,5 Prozent Verwaltungsgebühren jährlich, ETFs liegen bei 0,10 bis 0,30 Prozent. Über lange Laufzeiten macht dieser Unterschied einen erheblichen Teil des Endkapitals aus.
Der MSCI World bildet rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab und erzielte langfristig eine durchschnittliche Rendite von rund 7 bis 9 Prozent jährlich. Kurzfristig schwanken die Märkte erheblich, langfristig haben breit gestreute Aktienindizes historisch positive Renditen erzielt.
Wie verbindet sich die Rürup-Rente mit ETFs?
Bei einer ETF-basierten Rürup-Rente fließen die Beiträge nicht in eine klassische Garantieverzinsung oder einen aktiven Fonds, sondern in frei wählbare Indexfonds. Je nach Anbieter stehen verschiedene ETFs zur Auswahl. Der Versicherer übernimmt Verwaltung, automatisches Rebalancing und die spätere Umwandlung in eine lebenslange Rente.
Welche Formen gibt es neben der ETF-Rürup-Versicherung?
Neben der ETF-basierten Rürup-Rente gibt es die klassische Variante mit Garantieverzinsung von rund 1 Prozent sowie Hybridprodukte, die einen garantierten Anteil mit Fondsanlage kombinieren. Beide haben in der Regel höhere Kosten und niedrigere Renditeerwartungen als die ETF-Variante.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente mit ETFs?
Die Rürup-Rente lohnt sich unter klar definierten Bedingungen, für andere Konstellationen gibt es bessere Alternativen.
Selbstständige und Freiberufler ohne GRV-Pflicht sind die Hauptzielgruppe. Sie können den vollen Höchstbetrag von 30.826 Euro ausschöpfen, da keine Pflichtbeiträge angerechnet werden. Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke wie Ärzte oder Anwälte müssen ihre tatsächlichen Versorgungswerksbeiträge abziehen, haben aber in der Regel noch spürbaren Spielraum.
Für Angestellte fällt der Spielraum deutlich geringer aus, da beide Anteile zur gesetzlichen Rentenversicherung, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen, vom Höchstbetrag abgezogen werden. Bei 60.000 Euro brutto sind das rund 11.160 Euro Abzug, der verbleibende Spielraum liegt bei rund 19.666 Euro. Für Angestellte lohnt sich die Rürup-Rente ab einem Grenzsteuersatz von rund 35 Prozent und wenn die bAV mit Arbeitgeberzuschuss bereits ausgeschöpft ist.
Ab welchem Einkommen profitierst du von einer ETF-Rürup-Rente?
Der relevante Punkt, ob sich eine Rürup-Rente für dich lohnt, ist in der Regel der Grenzsteuersatz. Also der Steuersatz auf den nächsten verdienten Euro. Er steigt mit dem Einkommen progressiv an und ist nicht zu verwechseln mit dem Durchschnittssteuersatz, der auf das Gesamteinkommen berechnet wird.
Wie hoch der Steuersatz und der Steuersatz je nach Einkommen ist, haben wir in der folgenden Tabelle einmal zusammengestellt.
Für Verheiratete mit Splittingtarif kann sich die Rechnung verschieben. Wenn der Partner deutlich weniger verdient, senkt der Splittingtarif den effektiven Grenzsteuersatz.
Welche Vorteile bietet die Rente mit ETFs?
Seit 2023 sind 100 Prozent der Rürup-Beiträge als Sonderausgaben absetzbar. Der Höchstbetrag liegt 2026 bei 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Verheiratete. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent und vollem Höchstbeitrag spart das 12.947 Euro Steuern jährlich. Die effektive Netto-Einzahlung liegt damit bei nur 17.879 Euro für über 30.000 Euro Altersvorsorge.
Renditechancen durch ETFs innerhalb der Rürup-Rente
ETFs sind der entscheidende Renditehebel gegenüber Rürup-Versicherungen mit aktiv gemanagten Fonds. Der wohl bekannteste ETF (MSCI World) erzielte langfristig eine durchschnittliche Rendite von rund 7 bis 9 Prozent jährlich, bei Kosten zwischen 0,1 und 0,3 Prozent. Aktiv verwaltete Fonds haben hingegen oft Kosten von 1,5 - 2,5 %.
Wie sich dieser Kostenunterschied auf die spätere Rente auswirkt haben wir hier mal nachgerechnet.
Schutz der ETF-Rürup-Rente vor Pfändung und Bürgergeld-Anrechnung
Der Pfändungsschutz gilt für alle Rürup-Verträge unabhängig von der gewählten Anlageform, also auch für die Nicht-ETF-Variante. Das angesparte Kapital ist in der Ansparphase vor Pfändung geschützt, weil der Vertrag unkündbar und nicht übertragbar ist. Gläubiger und Insolvenzverwalter können in der Regel nicht darauf zugreifen. Für Selbstständige in konjunktursensiblen Branchen ist das ein echter Vorteil gegenüber einem normalen ETF-Depot, das bei Insolvenz zur Schuldentilgung herangezogen werden kann.
Auch bei Bürgergeld-Bezug wird das Rürup-Vermögen nicht als verwertbares Vermögen angerechnet. Ein freies ETF-Depot muss dagegen unter Umständen erst aufgebraucht werden, bevor Sozialleistungen bezogen werden können.
Welche Nachteile hat die Rürup Rente mit ETFs?
Kapitalbindung bis zur Rente
Das eingezahlte Kapital ist bis mindestens 62 Jahren vollständig gebunden. Keine Kündigung, keine Beleihung, kein Zugriff in Notfällen. Wer mit 30 Jahren abschließt, bindet sein Geld für mindestens 32 Jahre.
Der Gesetzgeber macht die steuerliche Förderung der Rürup-Rente explizit davon abhängig, dass das Kapital bis zur Rente gebunden bleibt. Wer das Geld vorzeitig herausnehmen könnte, würde die Steuerförderung zu Unrecht in Anspruch nehmen. Die Unkündbarkeit ist also der direkte Preis für die vollständige Absetzbarkeit der Beiträge.
Steuervorteil in der Ansparphase. Versteuerung in der Rente
Die Rürup-Rente wird im Alter nachgelagert besteuert. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig, dieser Anteil steigt bis 2058 auf 100 Prozent.
Eingeschränkte Vererbbarkeit bei der ETF-Rürup-Rente
Die Grundregel ist eindeutig: Nein. Zumindest nicht ohne vertragliche Zusatzvereinbarung. Wenn die nicht gewählt ist, verfällt das gesamte Rürup-Vermögen bei Tod an den Versicherer. Die Erben bekommen nichts, unabhängig davon, wie viel eingezahlt wurde.
Gegen dieses Risiko schützt ein optionaler Hinterbliebenenschutz.
Die gängigste Variante ist eine Rentengarantiezeit von 10 bis 20 Jahren: Stirbst du vor Ablauf dieser Frist, erhalten die Hinterbliebenen die ausstehenden Rentenzahlungen.
Eine andere Form ist die Beitragsrückgewähr. Bei dieser Form erhält man im Todesfall vor Rentenbeginn die eingezahlten Beiträge zurück, nicht das angesparte Kapital mit Erträgen.
Die dritte Form ist die Hinterbliebenenrente. Sie zahlt nach dem Tod des Versicherungsnehmers einen prozentualen Anteil der Hauptrente lebenslang an den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder weiter. Typischerweise sind das 60 Prozent der ursprünglichen Rente.
Keine Kapitalauszahlung möglich
Es gibt keine Kapitalauszahlung. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 Buchstabe b EStG ist ein Kapitalwahlrecht bei Rürup-Verträgen ausdrücklich ausgeschlossen. Das angesparte Vermögen fließt ausschließlich als lebenslange monatliche Rente.
Wie wird die spätere Rürup-Rente ausgezahlt und versteuert?
Die Auszahlungsphase der Rürup Rente folgt klaren Regeln, die schon bei Vertragsabschluss bekannt sein sollten, sie beeinflussen, wann und wie viel tatsächlich ausgezahlt wird.
Ab wann gibt es die Rürup-Rente?
Der frühestmögliche Rentenbeginn liegt bei 62 Jahren für Verträge ab 2012, bei 60 Jahren für ältere Verträge. Je später der Rentenbeginn, desto höher der Rentenfaktor, weil der Versicherer statistisch weniger Jahre auszahlen muss. Wer den Rentenbeginn aufschiebt, profitiert zusätzlich davon, dass das Kapital weiter wächst. Die genauen Rentenfaktoren je nach Renteneintrittsalter sind im Vertrag garantiert und sollten vor Abschluss verglichen werden.
Welcher Anteil der Rürup-Rente ist steuerpflichtig?
Die Rürup-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig, dieser Anteil steigt jährlich um 0,5 Prozentpunkte bis auf 100 Prozent ab 2058. Der steuerfreie Eurobetrag wird beim Rentenbeginn einmalig festgeschrieben und gilt lebenslang, auch für spätere Rentensteigerungen.
Der Steuervorteil entsteht aus der Differenz zwischen dem Grenzsteuersatz in der Ansparphase und dem typischerweise niedrigeren Steuersatz im Ruhestand.
Wie viel kann ich in die ETF-Rürup-Rente einzahlen?
Der Höchstbetrag liegt 2026 bei 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Verheiratete. Seit 2023 sind 100 Prozent der Beiträge vollständig steuerlich absetzbar. Dieser Höchstbetrag gilt für alle Beiträge der Basisversorgung zusammen, also werden auch GRV-Beiträge und Versorgungswerksbeiträge angerechnet.
Selbstständige ohne GRV-Pflicht können den vollen Betrag für die Rürup-Rente nutzen, also monatlich bis zu 2.569 Euro vollständig absetzbar. Bei Angestellten werden Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur GRV vom Höchstbetrag abgezogen, der verbleibende Spielraum ist entsprechend geringer.
Bei schwankendem Einkommen, was für Selbstständige typisch ist, lässt sich der Beitrag flexibel anpassen. In profitablen Jahren den Höchstbetrag ausschöpfen, in schwachen Jahren reduzieren. Sonderzahlungen zum Jahresende sind bei den meisten Anbietern möglich und sinnvoll, sobald sich das Jahresergebnis abzeichnet.
Wie unterscheiden sich ETF Rürup Anbieter im Vergleich?
Der Markt für ETF-basierte Rürup-Renten wächst, und die Unterschiede zwischen den Anbietern sind größer, als die meisten Kunden vermuten. Drei Kriterien entscheiden über den langfristigen Erfolg: Effektivkosten, ETF-Auswahl und garantierter Rentenfaktor.
Effektivkosten
Die Effektivkosten sind der wichtigste Vergleichswert. Sie setzen sich zusammen aus Versicherungsgebühr, ETF-Verwaltungsgebühr und Transaktionskosten. Je nach Anbieter und Tarif unterscheiden sich die Effektivkosten um teilweise ganze Prozentpunkte. Der Unterschied klingt gering, kann aber über 30 Jahre einen großen Unterschied im Endkapital ausmachen.
ETF-Auswahl
Die Anzahl verfügbarer ETFs variiert je nach Anbieter erheblich. Für die meisten Anleger sind 15 bis 25 ETFs ausreichend. Entscheidend ist, ob die wichtigsten Bausteine wie globale Aktien-ETFs, Schwellenländer und Anleihen verfügbar sind. Vor Abschluss prüfen, ob der bevorzugte ETF tatsächlich im Angebot ist.
Garantierter Rentenfaktor
Der Rentenfaktor bestimmt, wie viel monatliche Rente pro 10.000 Euro angespartem Kapital ausgezahlt wird. Am Markt liegen die garantierten Rentenfaktoren typischerweise zwischen 22 und 28 Euro pro 10.000 Euro. Bei 300.000 Euro Kapital macht das den Unterschied zwischen 660 und 840 Euro monatlicher Rente, also 180 Euro weniger jeden Monat. Über 25 Jahre Rentenbezug summiert sich das auf rund 54.000 Euro.
Rürup Rente mit ETFs oder klassischer ETF-Sparplan ohne Versicherung?
Beide Varianten haben klare Stärken in unterschiedlichen Bereichen. Wir haben die Vor- und Nachteile mal nebeneinander aufgeführt
Am besten ETF-Rürup-Rente und ETF-Sparplan kombinieren
Die Steuererstattung ist kein Bonus vom Finanzamt, den du ausgeben solltest. Er sollte als zweiter Teil der Altersvorsorge-Strategie gesehen werden.
Wer die Steuererstattung konsequent in einen separaten ETF-Sparplan reinvestiert, kann damit langfristig erhebliches zusätzliches Kapital aufbauen. Das ist natürlich eine individuelle Entscheidung und hängt von der persönlichen Situation ab.
Was passiert in besonderen Lebenssituationen mit meiner ETF-Rürup-Rente?
Das Leben verläuft selten linear. Arbeitslosigkeit, Berufswechsel, Krankheit oder der Tod eines Familienmitglieds können deine Rürup-Strategie beeinflussen. Die wichtigsten Szenarien im Überblick.
Kann die ETF-Rürup-Rente pausiert werden?
Ja, bei fast allen Anbietern ist eine kostenlose Beitragsfreistellung möglich. Neue Einzahlungen stoppen, aber dein bereits angespartes Vermögen bleibt investiert und profitiert weiterhin von der Marktentwicklung. Es fallen jedoch weiterhin die Kosten für Verwaltung und ETFs an.
Kann ich meine Rürup-Rente wechseln?
Wenn du bereits eine Rürup-Rente abgeschlossen hast und zum Beispiel keine ETF-Optionen im Vertrag enthalten sind, ist ein Anbieterwechsel nach § 113 VAG gesetzlich erlaubt.
Das angesparte Kapital wird vom alten zum neuen Versicherer übertragen, der Ablauf dauert typischerweise vier bis acht Wochen. Wechselgebühren können anfallen und sollten vor dem Wechsel beim alten Anbieter erfragt werden.
Wie unterscheidet sich die ETF-Rürup-Rente von anderen Formen der ETF-Altersvorsorge?
ETF-Rürup vs. Altersvorsorgedepot ab 2027
Das Altersvorsorgedepot fördert über direkte Zulagen bis zu 540 Euro jährlich plus Kinderzulagen und ist erstmals auch für Selbstständige zugänglich. Der steuerlich absetzbare Betrag ist auf 1.800 Euro gedeckelt, was für Gutverdiener kaum relevant ist. Das Depot investiert direkt in ETFs ohne Versicherungsmantel und kann nach fünf Jahren kostenfrei zu einem anderen Anbieter übertragen werden. Im Erbfall müssen erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Für Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz ist der Steuerhebel der Rürup-Rente deutlich größer. Als ergänzender Baustein lohnt sich das Altersvorsorgedepot aber auch neben der Rürup-Rente, besonders für Familien mit Kindern.
ETF-Rürup vs. ETF-Rentenversicherung (Schicht 3)
Die private ETF-Rentenversicherung ist in der Ansparphase nicht steuerlich absetzbar, bietet dafür in der Auszahlungsphase deutlich günstigere Besteuerung: Bei Rentenbeginn mit 67 Jahren sind nur 17 Prozent der Rente steuerpflichtig. Dazu kommen freie Vererbbarkeit, das Kapital kann jederzeit entnommen werden und eine Kapitalauszahlung ist im Rentenalter möglich. Wer Flexibilität braucht und keinen hohen Grenzsteuersatz hat, fährt mit der ETF-Rentenversicherung oft besser.
ETF-Rürup vs. ETF-bAV
Die betriebliche Altersvorsorge mit ETF-Anlage steht in den meisten Fällen nur Angestellten zur Verfügung. Der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags zuschießen und in der Ansparphase werden Sozialabgaben gespart, was die bAV für Angestellte besonders attraktiv macht. Die bAV läuft über einen separaten Steuerfördertopf und beeinflusst damit nicht die Höhe der absetzbaren Beiträge in der Rürup-Rente
Wann solltest du keine Rürup Rente abschließen?
Die Rürup Rente ist kein Allheilmittel, sondern ein Spezialwerkzeug für eine klar definierte Zielgruppe. In folgenden Situationen sind andere Lösungen besser:
- Grenzsteuersatz unter 32 %: Die Steuerersparnis ist zu gering, um die Nachteile (Kapitalbindung, Vollbesteuerung der Rente) aufzuwiegen. Andere Formen der Altersvorsorge sind flexibler und unter dem Strich rentabler.
- Liquiditätsbedarf vor 62 Jahren: Wer plant, in den nächsten 10–15 Jahren eine Immobilie zu kaufen, ein Unternehmen zu gründen oder die Familie finanziell zu unterstützen, oder früher in Rente zu gehen, braucht Zugriff auf sein Kapital. Rürup bietet das nicht.
- Bereits hohe unflexible Vermögenswerte: Wer eine hochbelastete Immobilie abbezahlt und gebundenes Betriebsvermögen hat, braucht liquide Reserven, keine weitere Kapitalbindung.
Fazit
Die Rürup-Rente mit ETFs ist für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz eines der wirkungsvollsten Vorsorge-Instrumente. Der Steuerhebel in der Ansparphase, die steuerfreie Reinvestition der Gewinne und der Pfändungsschutz sind Vorteile, die kein anderes Produkt in dieser Kombination bietet. Der Preis dafür ist die vollständige Kapitalbindung bis mindestens 62 und die nachgelagerte Besteuerung im Alter.
Ob sich die Rürup-Rente mit ETFs in der individuellen Situation lohnt, hängt von Grenzsteuersatz, Einkommensstabilität und Steuersituation im Alter ab. Wer das vor Abschluss nicht durchrechnet, riskiert einen Vertrag, der auf dem Papier gut aussieht, aber in der Praxis weniger bringt als erwartet. Eine professionelle Beratung vor Abschluss ist deshalb keine Option, sondern Pflicht.
Häufige Fragen
Ist die Rürup-Rente auf ETFs basiert?
Nicht zwingend. Die Rürup-Rente ist ein Versicherungsprodukt, das in verschiedenen Varianten angeboten wird: klassisch mit Garantieverzinsung, fondsgebunden mit aktiven Fonds oder ETF-basiert. Wer eine ETF-Rürup-Rente abschließen möchte, muss gezielt einen Anbieter wählen, der ETFs im Tarif anbietet.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente mit ETFs?
Für Selbstständige und Gutverdiener mit einem Grenzsteuersatz ab rund 35 Prozent, stabilem Einkommen und einem Anlagehorizont von mindestens 15 bis 20 Jahren. Die ETF-Variante lohnt sich besonders, weil niedrige Fondskosten und steuerfreie Reinvestition der Gewinne in der Ansparphase den Steuerhebel maximal ausnutzen. Je höher der Grenzsteuersatz heute und je niedriger er im Ruhestand, desto größer der Vorteil.
Ist die Rürup-Rente noch sinnvoll?
Ja, und die ETF-Variante macht sie heute attraktiver als je zuvor. ETF-basierte Tarife haben niedrige Fondskosten, während der Steuerhebel unverändert stark bleibt. Für Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz ist die Rürup-Rente mit ETFs 2026 eine der wirkungsvollsten Altersvorsorge-Optionen in Deutschland.
Was ist die Rürup-Rente einfach erklärt?
Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Das Besondere: Beiträge lassen sich direkt vom zu versteuernden Einkommen abziehen. 2026 sind bis zu 30.826 Euro für Ledige absetzbar, für Verheiratete das Doppelte. Je höher der Steuersatz, desto größer die Ersparnis.

