Zuletzt aktualisiert:
27.4.2026

ETF Altersvorsorge – So baust du mit ETFs deine Rente auf

ETFs ermöglichen kostengünstigen Vermögensaufbau mit breiter Streuung und historisch starken Renditen. Um das Maximum herauszuholen, sollte man sie mit staatlicher Förderung kombinieren.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
ETF-Altersvorsorge: So baust du deine Rente auf
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Die Fakten

Das Wichtigste vorab

  • Die gesetzliche Rente ersetzt nur etwa 48 Prozent deines letzten Einkommens. Mehr als die Hälfte deines gewohnten Lebensstandards musst du privat absichern.
  • ETFs (Exchange Traded Funds) ermöglichen einen kostengünstigen, breit gestreuten Vermögensaufbau mit historischen Renditen von 7 bis 9 Prozent pro Jahr.
  • Ab 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot mit staatlicher Förderung von bis zu 540 Euro Grundzulage plus 300 Euro pro Kind und Jahr.
  • Der Zinseszinseffekt ist dein stärkster Verbündeter. Jedes Jahr früher starten bringt rund 7 bis 8 Prozent mehr Endkapital. Aus 100 Euro monatlich werden bei 7 Prozent Rendite über 40 Jahre rund 262.000 Euro.

Die gesetzliche Rente deckt nur 48 Prozent deines letzten Einkommens ab. Den Rest musst du selbst absichern. Du legst vielleicht schon etwas zur Seite, aber ob das für die Rente reichen wird, bleibt unklar. Wie du deine Rentenlücke mit ETFs schließen kannst und welche staatlich geförderten Formen der ETF-Altersvorsorge es gibt, zeigen wir dir im folgenden Beitrag. 

Wenn du wissen willst, wie du Ø 16 % mehr aus deinem ETF-Sparplan herausholen kannst, kannst du das in unserem ETF-Leitfaden nachlesen.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Warum reicht die gesetzliche Rente nicht mehr aus?

Die gesetzliche Rente allein reicht für die meisten Erwerbstätigen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Das Standardrentenniveau liegt bei nur 48 Prozent des Durchschnittseinkommens (und das auch nur nach 45 vollen Beitragsjahren). Wer weniger Jahre eingezahlt hat, Teilzeit gearbeitet oder Erwerbspausen wie Elternzeit für die Familie eingelegt hat, steht noch schlechter da.

In der Regel brauchen Rentner zwischen 80 bis 85 Prozent ihres letzten Nettogehalts, um den Lebensstandard zu halten. Zwischen dem, was die gesetzliche Rente liefert, und dem, was du tatsächlich brauchst, klafft eine massive Lücke. Das ist deine persönliche Rentenlücke. 

Die Inflation frisst die Kaufkraft deiner zukünftigen Rente zusätzlich auf. 1.000 Euro heute sind bei 2 % Inflation in 30 Jahren lediglich noch 545 Euro wert.

Martin Schmidt
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Wie groß ist meine Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das du im Alter brauchst, und der gesetzlichen Rente, die du tatsächlich bekommst. Die Berechnung ist simpel: Dein aktuelles Nettoeinkommen multipliziert mit 0,8 (also den 80 Prozent Bedarf) minus deine zu erwartende gesetzliche Rente.

Zwei Beispiele:

  • Beispiel 1: Ein Gutverdiener mit 4.000 Euro netto braucht im Alter etwa 3.200 Euro Rente (80 Prozent). Seine gesetzliche Rente liegt voraussichtlich bei 1.800 Euro. Die Rentenlücke beträgt 1.400 Euro.
  • Beispiel 2: Ein Durchschnittsverdiener mit 2.500 Euro netto und 1.200 Euro Rente benötigt etwa 2.000 Euro Rente. Seine Rentenlücke beträgt pro Monat also 800 Euro.

Gerade bei Gutverdienern wächst die Rentenlücke überproportional, weil die gesetzliche Rente nach oben gedeckelt ist.

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Info

Was bedeutet die demografische Entwicklung für meine Rente?

Zwischen 2025 und 2040 geht voraussichtlich die gesamte Babyboomer-Generation in Rente. Das bedeutet: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren. Der Generationenvertrag, auf dem das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung basiert, gerät massiv unter Druck.

Die Deutsche Rentenversicherung zeigt in ihren Prognosen, dass die demografische Belastung bereits jetzt deutlich ansteigt und bis 2040 kontinuierlich zunehmen wird. Politische Reformen können diese Entwicklung abmildern, vollständig lösen werden sie das Problem nicht. Entweder steigen die Beiträge, oder die Leistungen sinken.

Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, geht ein erhebliches Risiko ein, in der Rente in der Altersarmut zu landen.

Martin Schmidt
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Was sind ETFs und wie funktionieren sie?

ETFs gehören zu den wichtigsten und einfachsten Werkzeugen für den langfristigen Vermögensaufbau. ETF steht für Exchange Traded Fund (auf Deutsch: börsengehandelter Indexfonds). 

Ein ETF bildet automatisch einen Börsenindex nach. Kaufst du einen ETF auf den MSCI World zum Beispiel, investierst du damit gleichzeitig in rund 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern. Kaufst du einen DAX-ETF, investierst du in die 40 größten deutschen Unternehmen. Kein Fondsmanager entscheidet, was gekauft wird, der Index gibt das vor.

Welche Unternehmen im Index sind, entscheidet der Indexanbieter nach festen Regeln. Beim DAX zum Beispiel ist die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz der größten deutschen Aktiengesellschaften entscheidend, ob man im Index landet.

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Info

Genau diese passive Verwaltung macht ETFs so günstig. Die jährlichen Gesamtkosten (TER) liegen bei Aktien-ETFs typischerweise zwischen 0,05 und 0,50 Prozent pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds kosten oft 1,5 bis 2,5 Prozent jährlich, ohne dass die Performance langfristig besser wäre.

Welche Vorteile haben börsengehandelte Indexfonds (ETFs)?

Börsengehandelte Indexfonds bringen fünf entscheidende Vorteile mit, die sie für die Altersvorsorge so wertvoll machen:

  • Breite Diversifikation mit einem Produkt – Ein ETF verteilt das Risiko auf verschiedene Unternehmen, die im Index vorhanden sind. Ein einzelnes Unternehmen kann pleitegehen, ohne dass es dich spürbar trifft.
  • Marktrendite voll mitnehmen: Da über 15 Jahre mehr als 85 Prozent der aktiv gemanagten Fonds in Europa ihren Vergleichsindex nicht schlagen, schneidet ein passiver ETF oft besser ab als die große Mehrheit der aktiven Fonds.
  • Minimale Kosten – Mit 0,1 bis 0,2 Prozent Kosten pro Jahr bleibt der Großteil der Rendite bei dir statt bei einer Fondsgesellschaft.
  • Hohe Transparenz – Du kannst jederzeit einsehen, welche Wertpapiere in deinem ETF enthalten sind.
  • Flexibilität – ETFs sind börsentäglich handelbar. Keine Kündigungsfristen, keine Mindestlaufzeiten wie bei manchen anderen Formen.
  • Sondervermögen-Schutz – Das ETF-Vermögen ist rechtlich getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und der Depotbank. Selbst bei deren Insolvenz gehört dir jeder Cent. Dieser Schutz ist im Kapitalanlagegesetz (KAGB) verankert.

Wie unterscheiden sich ETFs von aktiv gemanagten Fonds?

Welche Unterschiede zwischen ETFs und aktiv gemanagten Fonds bestehen, haben wir dir in dieser Tabelle dargestellt:

Kriterium ETFs Aktiv gemanagte Fonds
Ausgabeaufschlag Keiner Oft 3 bis 5 % im klassischen Bankvertrieb
Laufende Kosten (TER) 0,1 bis 0,5 % 1,5 bis 2,5 %
Fondsmanagement Passiv (Index wird abgebildet) Aktiv (Manager trifft Entscheidungen)
Transparenz Portfoliopositionen täglich einsehbar Portfoliopositionen werden seltener offengelegt
Performance vs. Index Bei 7 % Indexrendite und 0,3 % TER bleiben 6,7 % netto Über 15 Jahre schlagen über 80 % den Index nicht

Viele Fonds schlagen den Index nicht. Und das trotz hoher Kosten. Über 30 oder 40 Jahre summieren sich diese Kosten je nach Höhe des Investmentes zu einem fünf- oder sechsstelligen Betrag.

Martin Schmidt
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Warum eignen sich ETFs ideal für die Altersvorsorge?

ETFs und Altersvorsorge passen zusammen, weil der lange Anlagehorizont von 30 bis 40 Jahren die Stärken von ETFs optimal nutzt: niedrige Kosten, breite Streuung und historische Renditen von 7 bis 8 Prozent pro Jahr bei Welt-ETFs.. 

Welche Rolle spielt der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte?

Der Zinseszinseffekt ist der mächtigste Hebel in der Altersvorsorge: Erträge aus Dividenden und Kurssteigerungen erwirtschaften selbst wieder Erträge (ein exponentielles Wachstum, das mit jedem Jahr stärker wird).

Wer 100 Euro monatlich über 20 Jahre bei 7 Prozent Rendite anlegt, zahlt 24.000 Euro ein und bekommt rund 52.000 Euro heraus. Über 40 Jahre sind es 48.000 Euro eingezahlt und rund 262.000 Euro Endkapital. Der Unterschied von 214.000 Euro ist kein Glück, sondern Mathematik: Gewinne werden reinvestiert und erwirtschaften selbst wieder Gewinne. Jedes Jahr früher starten bringt rund 7 bis 8 Prozent mehr Endkapital.

Thesaurierende ETFs (also solche, die Dividenden automatisch reinvestieren, statt sie auszuschütten) nutzen den Zinseszinseffekt vollautomatisch, ohne dass du aktiv werden musst.

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Info

Wie profitiere ich von der breiten Streuung?

Mit einem einzigen MSCI-World-ETF investierst du automatisch in rund 1.500 Unternehmen aus 23 entwickelten Ländern (Apple, Microsoft, Nestlé, Toyota, alles in einem Produkt). Der MSCI All Country World Index geht noch weiter und umfasst über 3.000 Unternehmen aus 46 Ländern inklusive Schwellenländer.

Diese Diversifikation ist ein großer Vorteil zu Einzelaktien. Wenn ein einzelnes Unternehmen pleitegeht, ist das bei vielen, Titeln im Portfolio kaum spürbar. Wenn du jedoch dein ganzes Geld nur in diese Aktie investiert hast, ist das ganze Geld weg.

Warum sind niedrige Kosten bei der Altersvorsorge entscheidend?

Kosten kosten Rendite. Und das nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr, auf ein immer größeres Kapital. Ein Prozentpunkt mehr Kosten klingt wenig, über 30 Jahre bedeutet er oft fünf- bis sechsstellige Unterschiede im Endkapital.

Position ETF (0,2 % Kosten) Teures Produkt (1,5 % Kosten)
Eigene Einzahlungen 180.000 € 180.000 €
Endkapital nach 30 Jahren 586.000 € 457.000 €

Annahmen: 500 Euro monatlich, 7 % Bruttorendite, 30 Jahre. Die tatsächliche Rendite kann abweichen.

Welche Risiken gibt es bei der ETF Altersvorsorge?

Wer in ETFs investiert, muss die Risiken kennen. Die Risiken lassen sich mit der richtigen Strategie jedoch erheblich reduzieren.

Kursschwankungen sind bei ETFs möglich

Aktienmärkte schwanken, teils heftig. Rückgänge von 20, 30 oder 50 Prozent hat es gegeben, in der Finanzkrise, beim Corona-Crash, in der Dotcom-Blase. Das wird wieder passieren. Die einzige sinnvolle Reaktion darauf: nichts tun. Wer einen langen Anlagehorizont hat und weiter in ETFs investiert, hat diese Krisen in der Regel gut überstanden.

In der Praxis passiert immer wieder dasselbe: Anleger sehen ihr Depot um 30 Prozent fallen und verkaufen panisch. Damit machen sie aus einem Buchverlust einen echten Verlust. Die Märkte haben sich nach jedem Crash innerhalb weniger Jahre erholt.

Hier haben wir mal die 3 größten Crashes der letzten Jahre genommen und aufgelistet, wie stark der MSCI World gefallen ist und wie lange es gedauert hat, bis er sich wieder erholt hat. 

Krise Maximaler Verlust (MSCI World) Erholungsdauer
Dotcom-Blase (ab 2000) ca. 54 % ca. 6,5 Jahre (bis 2006, dann direkt Finanzkrise)
Finanzkrise (ab 2007) ca. 57 % ca. 6,5 Jahre (bis 2013)
Corona-Crash (2020) ca. 33 % ca. 9 Monate

Ein weiterer Vorteil, den viele in einer Krise übersehen: Wer einen Sparplan hat, profitiert automatisch von fallenden Kursen. Investierst du jeden Monat 200 Euro, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile als bei hohen. Das senkt deinen durchschnittlichen Einstandspreis über die Zeit. Das ist der Cost Average Effekt.

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Info

Was passiert bei einem Börsencrash kurz vor der Rente?

Das größte Risiko bei der ETF Altersvorsorge ist ein Crash zwei bis drei Jahre vor dem Renteneintritt (das sogenannte Sequence-of-Returns-Risk). Wer bei niedrigen Kursen beginnt, Geld aus dem Depot zu entnehmen, verbraucht es schneller. Zwei Strategien schützen davor:

  • Automatisches Ablaufmanagement – 3 bis 5 Jahre vor Renteneintritt schichtest du schrittweise von Aktien-ETFs in Anleihen und Tagesgeld um. 
  • Flexibler Entnahmeplan – In schlechten Marktjahren entnimmst du weniger, in guten Jahren mehr. Das schont das Depot in Krisenzeiten und gibt ihm Zeit, sich zu erholen.

Wer diese beiden Strategien kombiniert, reduziert das Risiko, dass die Rente schneller aufgebraucht ist, als man denkt, erheblich.

Martin Schmidt
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Welche Absicherung bietet das Sondervermögen?

ETFs sind gesetzlich als Sondervermögen geschützt (getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und der Depotbank). Dieser Schutz ist im Kapitalanlagegesetz verankert und unbegrenzt.

Anders als die Einlagensicherung bei Bankkonten, die bei 100.000 Euro gedeckelt ist, schützt das Sondervermögen dein komplettes ETF-Depot. Wenn die Fondsgesellschaft insolvent geht, haben deren Gläubiger keinen Zugriff auf das ETF-Vermögen. Deine Anteile werden dir über die Verwahrstelle zurückgegeben.

Wie starte ich mit der ETF Altersvorsorge?

Der Einstieg in die ETF Altersvorsorge ist einfacher, als die meisten denken. Du brauchst kein Finanzstudium und keine große Summe. In 15 bis 30 Minuten lässt sich ein Depot eröffnen und ein erster ETF-Sparplan einrichten. Unsere Altersvorsorge-Beratung hilft dir dabei, den richtigen Einstieg zu finden.

Welches Depot brauche ich für ETFs?

Ein Wertpapierdepot ist ein Verwahrkonto für ETF-Anteile (vergleichbar mit einem Girokonto, nur eben für Wertpapiere statt für Bankguthaben). Bei vielen Online-Brokern kostet ein Depot keine monatlichen Gebühren. Für 2026 empfehlen sich unter anderem folgende Anbieter:

Anbieter Depotgebühr ETF-Sparplan-Kosten Besonderheit
Trade Republic 0 € 0 € Integriertes Girokonto mit Debitkarte, Zinsen auf Guthaben, Kinderdepot verfügbar
Scalable Capital 0 € (Free-Modell) 0 € Über 2.700 kostenlose ETF-Sparpläne, Prime-Flatrate ab 2,99 €/Monat für unbegrenzte Trades
Finanzen.net Zero 0 € 0 € Kein Mindestordervolumen, über 2.200 ETFs, Einmalanlage unter 500 € kostet 1 €
Smartbroker+ 0 € ab 1 € Zugang zu 29 Handelsplätzen, breites Produktangebot inkl. Derivate, Orders ab 500 € kostenlos
Traders Place 0 € 0 € Einmalanlagen ab 500 € ebenfalls kostenlos, solides Basisangebot ohne Extras

Entscheidend bei der Auswahl: kostenlose Depotführung, kostenlose ETF-Sparpläne und eine breite ETF-Auswahl. Alle genannten Anbieter erfüllen das.

Martin Schmidt
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Wie richte ich einen ETF-Sparplan ein?

Ein ETF-Sparplan automatisiert den Vermögensaufbau vollständig. Du wählst einen ETF aus (zum Beispiel einen MSCI World ETF), legst die Sparrate fest (zum Beispiel 150 Euro) und bestimmst das Ausführungsintervall (zum Beispiel wöchentlich, monatlich, vierteljährlich etc.). Danach läuft alles automatisch und dein Geld wird in ETFs investiert.

Wie viel sollte ich monatlich in ETFs investieren?

Als Faustformel gilt: 10 bis 20 Prozent des Nettogehalts sollten in die private Altersvorsorge fließen. Für einen Berufseinsteiger mit 2.000 Euro netto sind das 200 bis 400 Euro. Für einen Gutverdiener mit 5.000 Euro netto entsprechend 500 bis 1.000 Euro pro Monat.

Am besten solltest du deinen Sparplan jedes Jahr um 2 bis 10 Prozent erhöhen, damit du so die Inflation ausgleichst.

Martin Schmidt
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Wann sollte ich mit der Altersvorsorge beginnen?

Die ehrliche Antwort: gestern. Jedes Jahr Abwarten kostet bares Geld. Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Je früher man beginnt, desto länger kann jedoch der Zinseszins-Effekt für einen selbst arbeiten.

Wie viel bringt mir ein früher Start mit 25 Jahren?

Der Preis des Abwartens lässt sich in konkreten Zahlen ausdrücken:

  • Ein 25-Jähriger, der monatlich 100 Euro bei 7 Prozent Rendite investiert, hat mit 67 Jahren rund 304.000 Euro, davon sind nur 50.400 Euro tatsächlich eingezahlt.
  • Ein 26-Jähriger mit identischer Sparrate hätte rund 283.000 Euro und 49.200 Euro eingezahlt.
  • Ein einziges Jahr Unterschied kostet also rund 21.000 Euro.

Lohnt sich der Einstieg auch noch mit 40 oder 50?

Mit 40 Jahren bleiben noch 27 Jahre bis zur Rente, mit 50 Jahren noch 17 Jahre. Beides sind keine kurzen Zeiträume. 1.000 Euro monatlich bei 6 Prozent Rendite über 17 Jahre ergeben rund 353.000 Euro. Daraus lässt sich bei konservativer Anlage in der Entnahmephase eine monatliche Zusatzrente von über 1.000 Euro über 30 Jahre finanzieren.

Spätstarter brauchen allerdings höhere Sparraten. Der Vorteil: Mit 40 oder 50 ist das Einkommen oft auf dem Höhepunkt. Die Strategie sollte defensiver sein: 60 bis 70 Prozent Aktien statt 100 Prozent, um das Risiko vor Renteneintritt zu reduzieren.

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Info

Welche ETFs eignen sich für meine Altersvorsorge?

Bei der ETF-Auswahl für die Altersvorsorge gilt ein klares Prinzip: Einfachheit schlägt Komplexität. Ein bis zwei breit gestreute Welt-ETFs reichen in der Regel völlig aus. Wer zehn verschiedene Themen-ETFs kauft, macht sich das Leben oft unnötig kompliziert, ohne die Rendite meist nennenswert zu verbessern. 

Warum ist der MSCI World ein beliebter Basisbaustein?

Der MSCI World ist der meistgenutzte Index für die Altersvorsorge mit ETFs (er umfasst rund 1.500 Unternehmen aus 23 entwickelten Industrienationen, gewichtet nach Marktkapitalisierung). Die USA machen etwa 70 Prozent des Index aus, gefolgt von Japan, Großbritannien und Deutschland.

Der MSCI World hat über 20 Jahre bei einem monatlichen Sparplan eine durchschnittliche Rendite von rund 8,6 Prozent pro Jahr erzielt. Bei einer Einmalanlage lag die 20-Jahres-Rendite bei rund 6 Prozent. Kein Sparbuch und kein Festgeld kommen da auch nur annähernd heran.

Sollte ich Schwellenländer mit einbeziehen?

Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien wachsen oft schneller als entwickelte Märkte, bringen aber auch höhere Volatilität mit. Der MSCI Emerging Markets Index bildet rund 836 Unternehmen aus diesen Ländern ab.

Ein bewährtes Portfolio-Konzept ist die 70/30-Aufteilung: 70 Prozent MSCI World und 30 Prozent MSCI Emerging Markets. Wer es einfacher mag, greift zum FTSE All-World Index (dieser vereint entwickelte Länder und Schwellenländer automatisch in einem einzigen ETF).

Der MSCI World investiert rund 70 Prozent in US-Unternehmen. Wer das als Klumpenrisiko betrachtet, kann durch das Investment in Schwellenländer breiter diversifizieren.

Martin Schmidt
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Welche Rolle spielen thesaurierende versus ausschüttende ETFs?

Thesaurierende ETFs reinvestieren Dividenden automatisch in den Fonds zurück. Der Zinseszinseffekt läuft also ohne Unterbrechung. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden regelmäßig auf das Konto aus, was eigenes Reinvestieren mit Transaktionskosten und Aufwand erfordert. 

Steuerlich sind beide Varianten mittlerweile gleichgestellt, da die Vorabpauschale auch bei thesaurierenden ETFs greift. 

Erst in der Entnahmephase ab Renteneintritt können ausschüttende ETFs sinnvoll sein, weil sie regelmäßige Einkünfte liefern, ohne dass Anteile verkauft werden müssen.

Martin Schmidt
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Wie viel Kapital brauche ich im Alter wirklich?

Eine konkrete Zahl für den Kapitalbedarf im Ruhestand hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Bewährte Faustregeln helfen trotzdem zur Orientierung.

Welches Nettoeinkommen benötige ich in der Rente?

80 bis 85 Prozent des letzten Nettogehalts gelten als Richtwert für den Einkommensbedarf im Alter. Das ist ein Durchschnitt (individuell kann es mehr oder weniger sein).

  • Manche Ausgaben fallen im Alter weg: Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, Altersvorsorge-Beiträge.
  • Andere Kosten hingegen können steigen: Gesundheitskosten, Freizeitaktivitäten, eventuell Pflegekosten.

Wie berechne ich mein benötigtes Kapital?

Die „Rule of 25" gibt eine schnelle Orientierung: Die jährliche Rentenlücke multipliziert mit 25 ergibt das benötigte Kapital. Grundlage ist die 4-Prozent-Entnahmeregel aus einer Trinity Study von 1998, die besagt, dass eine jährliche Entnahme von 4 Prozent des Anfangskapitals über 30 Jahre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit funktioniert.

Szenario Netto heute Ziel im Alter (80 %) Geschätzte Gesetzliche Rente Monatliche Lücke Benötigtes Kapital (Rule of 25)
Durchschnittsverdiener 3.000 € 2.400 € ca. 1.350 € ca. 1.050 € ca. 315.000 €
Gutverdiener 5.000 € 4.000 € ca. 2.250 € ca. 1.750 € ca. 525.000 €
Top-Verdiener 8.000 € 6.400 € ca. 2.500 € ca. 3.900 € ca. 1.170.000 €

Eine konservativere Variante mit 3,5 Prozent Entnahmerate (Faktor 28 statt 25) kann für deutsche Verhältnisse sicherer sein. Lieber etwas mehr Kapital als zu wenig.

Martin Schmidt
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Was ist eine fondsgebundene Rentenversicherung mit ETFs?

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist wie ein ETF‑Depot, ist jedoch in einem Versicherungsmantel verpackt. Genau wie beim normalen Depot wird das eingezahlte Kapital in ETFs angelegt. Der Steuermantel bringt steuerliche Vorteile und sichert das Langlebigkeitsrisiko ab, kostet aber mehr als ein reiner ETF-Sparplan beim Broker. 

Vorteile einer fondsgebundenen Rentenversicherung mit ETFs:

Einer der wohl größten Vorteile ist, dass die ETF-Rentenversicherung eine Leibrente zahlt. Das bedeutet, dass es egal ist, ob du 85, 95 oder 150 Jahre alt wirst. Du bekommst immer deine Rente, egal ob das Kapital rechnerisch aufgebraucht wäre. Ein Vorteil, den ein normaler ETF-Sparplan nicht hat.

Neben der lebenslangen Rente bietet der Versicherungsmantel steuerliche Vorteile, die ein freies ETF-Depot nicht hat. In der Ansparphase werden Dividenden und Kursgewinne innerhalb des Versicherungsmantels nicht besteuert, das Kapital wächst ungehindert. Erst bei Auszahlung wird besteuert, und dann in zwei möglichen Varianten:

Bei der lebenslangen Rentenzahlung gilt die Ertragsanteilsbesteuerung. Wenn du mit 67 Jahren in Rente gehst, müssen nur 17 Prozent der monatlichen Rente mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Bei 1.000 Euro monatlicher Rente und 30 Prozent Steuersatz sind das rund 51 Euro, die an Steuern anfallen. 

Bei der Kapitalauszahlung gilt das Halbeinkünfteverfahren: Bei mindestens 12 Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 wird nur die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Im freien Depot fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag auf alle Kapitalerträge an, ohne Aufschub und ohne Halbierung.

Ein weiterer Vorteil ist der Bestandsschutz: Was heute im Vertrag steht, gilt für die gesamte Laufzeit. Ändert der Gesetzgeber künftig die steuerliche Behandlung von Kapitalerträgen oder Versicherungsleistungen, sind bestehende Verträge in der Regel von solchen Änderungen ausgenommen. Wer heute einen Vertrag mit günstiger Ertragsanteilsbesteuerung abschließt, kann sich darauf verlassen, dass diese Konditionen im Alter noch gelten.

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Info

Nachteile einer fondsgebundenen Rentenversicherung mit ETFs:

Der Versicherungsmantel bringt Kosten mit sich, die ein reiner ETF-Sparplan nicht hat. Typischerweise fallen zusätzlich zu den ETF-Kosten zwischen 0,3 und 0,8 Prozent pro Jahr an, je nach Anbieter und Tarif. 

Auch die Flexibilität ist anders strukturiert als beim freien Depot. Beitragsänderungen, Zuzahlungen und Entnahmen sind möglich, aber nicht so unkompliziert und schnell möglich wie beim ETF-Sparplan.

Auch wer den Vertrag vorzeitig kündigt, verliert in der Regel die steuerlichen Vorteile. Das macht die fondsgebundene Rentenversicherung zu einem Produkt für Menschen, die langfristig planen und nicht vorhaben, kurzfristig auf das Kapital zuzugreifen.

Zwar hat die ETF-Rentenversicherung höhere Kosten, jedoch erkauft man sich damit die steuerlichen Vorteile, den Bestandsschutz und die lebenslange Rentengarantie, also Leistungen, die ein freies Depot schlicht nicht bieten kann.

Martin Schmidt
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Kann ich ETFs auch in der betrieblichen Altersvorsorge nutzen?

Ja, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und ETFs wachsen zunehmend zusammen. Viele Arbeitgeber bieten mittlerweile fondsgebundene Betriebsrenten-Modelle an, bei denen das Geld in ETFs fließt. 

Vorteile einer ETF-basierten bAV:

Beiträge fließen aus dem Bruttogehalt, also vor Steuern und Sozialabgaben. Bei 500 Euro Entgeltumwandlung kostet dich das netto oft nur 250 bis 300 Euro. Der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent obendrauflegen, viele zahlen mehr.

Nachteile einer ETF-basierten bAV:

In der Auszahlungsphase fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die volle bAV-Rente an, nur der Freibetrag bleibt anrechnungsfrei. Die bAV ist außerdem nicht frei übertragbar, bei einem Arbeitgeberwechsel kann es kompliziert werden. Und du hast keinen Einfluss auf die Produktwahl. Der Arbeitgeber entscheidet, welchen Anbieter und welchen Tarif er anbietet.

Wie funktioniert die Basisrente (Rürup-Rente) mit ETFs?

Die Basisrente ist die steuerlich am stärksten geförderte Form der privaten Altersvorsorge in Deutschland. Beiträge lassen sich als Sonderausgaben steuerlich absetzen (30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Verheiratete pro Jahr). 

Welche Steuervorteile bringt die Basisrente konkret?

Die Steuervorteile der Basisrente sind erheblich aber nur für die richtige Zielgruppe. 

Ein Arzt mit 120.000 Euro Bruttoeinkommen und 42 Prozent Grenzsteuersatz zahlt jährlich 12.000 Euro in eine ETF-Basisrente ein. Diese 12.000 Euro reduzieren das zu versteuernde Einkommen direkt, was eine jährliche Steuerersparnis von 5.040 Euro ergibt. Über 25 Jahre summiert sich das auf mehr als 126.000 Euro gesparte Steuern, während gleichzeitig Kapital für die Altersvorsorge aufgebaut wird.

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Bei hohen Einkommen und langem Anlagehorizont gehört die Basisrente zu den rentabelsten Altersvorsorge-Bausteinen.

Martin Schmidt
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Welche Vor- und Nachteile hat eine Basisrente?

Kriterium Vorteil Nachteil
Steuerförderung Beiträge bis 30.826 € (Ledige) bzw. 61.652 € (Verheiratete) als Sonderausgaben absetzbar Nachgelagerte Besteuerung: Rente wird im Alter voll versteuert
Auszahlung Lebenslange Rente, kein Langlebigkeitsrisiko Keine Kapitalauszahlung möglich
Vererbbarkeit Sehr eingeschränkte Vererbbarkeit für Ehepartner und Kinder möglich Keine freie Vererbbarkeit an beliebige Personen
Flexibilität Beitragsfreistellung möglich Keine vorzeitige Auszahlung möglich

Für wen lohnt sich die steuerlich geförderte Basisrente?

Die Basisrente ist kein Massenprodukt. Sie lohnt sich gezielt für bestimmte Gruppen:

  • Selbstständige ohne gesetzliche Rente oder bAV – Für sie ist die Basisrente oft die sinnvollste Form einer steuerlich geförderten Altersvorsorge. Mehr dazu im Ratgeber Altersvorsorge für Selbstständige.
  • Gutverdiener mit einem Steuersatz ab 42 Prozent – Je höher der Steuersatz, desto größer die Steuerersparnis.

Weniger geeignet ist die Rürup-Rente für junge Menschen mit niedrigem Einkommen, da die Steuerersparnis relativ gering ist. 

Auch für Leute, die Flexibilität schätzen, ist die Rürup-Rente oft nicht das passende Produkt. Das Kapital ist bis zur Rente komplett gebunden, eine Kündigung ist nicht möglich. Auch kann das Kapital nicht als Einmalsumme ausgezahlt werden. Auszahlungen sind ausschließlich als lebenslange Rente ab frühestens 62 Jahren möglich.

Wenn du mehr zum Thema Basisrente erfahren möchtest, kannst du alle Informationen in unserem Artikel zur Basisrente nachlesen.

Martin Schmidt
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Wie funktioniert das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ab 2027?

Der Bundestag hat am 27. März 2026 die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit Einführung der Riester-Rente beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 soll es das neue Altersvorsorgedepot geben. Ein staatlich gefördertes Depot, in dem man direkt in ETFs investieren kann.

Wie funktioniert die neue Förderung mit Zulagen?

Die Förderung im Altersvorsorgedepot ist beitragsproportional (für jeden eingezahlten Euro gibt es einen festen Zuschuss vom Staat). Keine komplizierten Mindestbeitragsgrenzen wie bei der Riester-Rente.

Eigenbeitrag pro Jahr Zulage pro gezahltem Euro Staatliche Zulage
Bis 360 € 50 Cent Bis 180 €
361 € bis 1.800 € 25 Cent Bis 360 €
Gesamt bei 1.800 € Eigenbeitrag Bis 540 €

Dazu kommen Kinderzulagen von 300 Euro pro Jahr für jedes kindergeldberechtigte Kind. Die volle Kinderzulage gibt es bereits bei einem Eigenbeitrag von nur 25 Euro pro Monat und Kind. Das Bundesfinanzministerium betont, dass dieses System gezielt Familien und Geringverdiener bevorzugt, die prozentual die höchste Förderung erhalten.

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot besonders?

Das Altersvorsorgedepot ist besonders attraktiv für vier Gruppen:

  • Familien mit Kindern profitieren überproportional. Ein Ehepaar, bei dem beide unmittelbar förderberechtigt sind und jeweils 1.800 Euro einzahlen, erhält bei zwei Kindern insgesamt bis zu 1.680 Euro Förderung pro Jahr, also 540 + 540 + 600 Euro.
  • Berufseinsteiger unter 25 – Diese erhalten einen Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro.
  • Gutverdiener – Neben den Zulagen profitieren sie vom Sonderausgabenabzug, der bei hohem Steuersatz sehr wirksam ist.
  • Selbstständige – Erstmals überhaupt erhält diese Gruppe Zugang zu staatlich geförderter Altersvorsorge und kann die Beiträge auch steuerlich geltend machen. 

Was ändert sich gegenüber der Riester-Rente?

Das zentrale Problem der Riester-Rente war die verpflichtende Beitragsgarantie (die Garantie, dass mindestens das eingezahlte Geld zurückkommt). Diese Garantie zwang Anbieter, einen Großteil des Geldes sicherheitsorientiert anzulegen. Das Ergebnis: minimale Renditen bei hohen Kosten.

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Info

Das Altersvorsorgedepot löst diese Probleme:

  • Keine Beitragsgarantie, damit 100 Prozent Investition in ETFs und Fonds möglich.
  • Einfache, beitragsproportionale Förderung statt komplizierter Mindestbeitragsregeln.
  • Bestehende Riester-Verträge können beibehalten oder ins neue System übertragen werden (ohne Rückzahlung der bisherigen Förderung).

Du willst alle Informationen zum neuen Altersvorsorgedepot erfahren? Dann kannst du unseren Expertenartikel dazu lesen. Dieser wird regelmäßig aktualisiert, wenn sich etwas ändert, damit du immer auf dem neuesten Stand bleibst.

Martin Schmidt
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Welche steuerlichen Aspekte muss ich beachten?

Steuern sind kein Grund, nicht in ETFs zu investieren, aber ein Grund, die Struktur der Altersvorsorge klug zu planen. Je nach Produkt und Hülle fallen unterschiedlich hohe Steuern an.

Wie wird der Gewinn aus ETFs versteuert?

Auf alle Kapitalerträge aus ETFs (Dividenden und Kursgewinne) fällt die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an, insgesamt also 26,375 Prozent (plus eventuell Kirchensteuer). Die Depotbank führt die Steuern automatisch ab.

Bei Aktien-ETFs greift die Teilfreistellung: 30 Prozent aller Erträge sind komplett steuerfrei, nur die verbleibenden 70 Prozent werden besteuert. Die effektive Steuerbelastung sinkt dadurch von 26,375 Prozent auf etwa 18,46 Prozent. Dieser Mechanismus greift automatisch bei jedem Aktien-ETF mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil.

Was ist der Sparerpauschbetrag und wie nutze ich ihn?

Der Sparerpauschbetrag beträgt 2026 pro Person 1.000 Euro jährlich, für Verheiratete 2.000 Euro. Bis zu dieser Grenze fallen keine Steuern auf Kapitalerträge an, also auf Kursgewinne bei Verkauf, Dividenden, Zinsen und die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs. Um den Freibetrag zu nutzen, reichst du einen Freistellungsauftrag bei deiner Depotbank ein.

Wer mehrere Depots hat, sollte den Sparerpauschbetrag aufteilen. In den ersten Jahren eines ETF-Sparplans wird der Freibetrag oft gar nicht ausgeschöpft, weil das angesparte Kapital noch zu gering ist.

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Welche Steuern fallen in der Auszahlungsphase an?

In der Auszahlungsphase hängt die Besteuerung davon ab, in welcher Hülle die ETFs stecken:

  • Normales ETF-Depot: Kapitalertragsteuer auf alle Gewinne beim Verkauf, nach Abzug von Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag. Effektive Steuerbelastung rund 18,5 Prozent.
  • Altersvorsorgedepot (ab 2027): Der geförderte Teil wird im Alter mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, der ungeförderte Teil nach Halbeinkünfteverfahren.
  • bAV und Rürup-Rente: Nachgelagerte Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz im Ruhestand, da die Beiträge in der Ansparphase steuerlich abgesetzt wurden.
  • ETF-Rentenversicherung: mit 12/62-Regelung: Bei Kapitalauszahlung greift das Halbeinkünfteverfahren, nur 50 Prozent der Erträge werden besteuert. Bei monatlicher Rente gilt die Ertragsanteilsbesteuerung, mit 67 Jahren nur 17 Prozent der Rente steuerpflichtig.

Wie gehe ich als Rentner mit meinen ETFs um?

Vermögen aufbauen ist die eine Seite. Vermögen klug entnehmen, ohne dass es zu früh aufgebraucht ist, die andere. Die Entnahmephase erfordert eine durchdachte Strategie, die zu deinem Sicherheitsbedürfnis und zur Lebenssituation passt.

Sollte ich alles auf einmal verkaufen oder Schritt für Schritt?

Alles auf einmal zu verkaufen, ist weder steuerlich noch strategisch die beste Entscheidung. Fällt der Verkaufszeitpunkt auf einen Markteinbruch, realisierst du Verluste, die du durch weiteres Investiert-Bleiben vermieden hättest.

Schrittweise Entnahmen sind oft der bessere Weg: Monatlich oder quartalsweise feste Beträge entnehmen und das Restkapital weiter investiert lassen. Das hat drei Vorteile

  • Erstens: Du nutzt den Sparerpauschbetrag jedes Jahr neu, statt ihn in einem einzigen Jahr zu verbrauchen. 
  • Zweitens: Regelmäßige Entnahmen wirken psychologisch wie ein Gehalt, was die Planung im Alter deutlich erleichtert. 
  • Drittens: Wer nur einen Teil entnimmt, lässt das verbleibende Kapital weiter für sich arbeiten. So kann es wachsen und eine höhere Rente ermöglichen

Wer im Alter nur das entnimmt, was er braucht, und den Rest investiert lässt, holt langfristig in der Regel deutlich mehr aus seinem Depot heraus.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Wie schichte ich rechtzeitig in sichere Anlagen um?

Das Ablaufmanagement (die schrittweise Umschichtung von Aktien in sichere Anlagen vor Renteneintritt) sollte 3 bis 5 Jahre vor dem geplanten Rentenstart beginnen. Die Aktienquote wird schrittweise von 100 Prozent auf 50 bis 60 Prozent reduziert, der Rest sollte in sicherere Anlagen wie Anleihen-ETFs, Tagesgeld oder Festgeld fließen.

Das Ziel: einen Puffer für die ersten 5 bis 10 Rentenjahre schaffen, der unabhängig von Börsenkrisen ist. Viele Versicherungsprodukte zur Altersvorsorge übernehmen dieses Ablaufmanagement sogar automatisch.

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Welche Entnahmestrategie passt zu mir?

Es gibt nicht die eine richtige Entnahmestrategie. Welche Form wann passen kann, haben wir dir in der folgenden Tabelle mal aufgelistet: 

Strategie Prinzip Vorteil Nachteil
4-Prozent-Regel Jährlich 4 % des Anfangskapitals entnehmen, inflationsbereinigt Planbar und einfach Unflexibel bei langen Crashphasen
Variable Entnahme Festen Prozentsatz des aktuellen Depotwerts entnehmen Depot wird bei Kursrückgängen automatisch geschont Monatliches Einkommen schwankt
Topf-Strategie Kapital aufteilen in Bargeld, Anleihen und Aktien Sicherheitspuffer für schlechte Börsenjahre Höherer Verwaltungsaufwand und geringere Renditechancen des bestehenden Kapitals
Etappenstrategie Alle 10 Jahre Entnahmeplan neu bewerten und anpassen Reagiert auf Lebensveränderungen und Marktlage Erfordert Disziplin und regelmäßige Überprüfung

Wie sorge ich mit ETFs für meine Kinder vor?

Wer früh für Kinder spart, gibt dem Zinseszins die meiste Zeit. Ein Junior-Depot bei einem Neobroker lässt sich schnell eröffnen und mit einem monatlichen ETF-Sparplan besparen. Bereits 50 Euro monatlich von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr ergeben bei 7 Prozent Rendite rund 21.000 Euro, die dann bis zum 67. Lebensjahr ohne weitere Einzahlungen auf rund 593.000 Euro anwachsen können.

Ab 2027 kommt die Frühstart-Rente: Der Staat zahlt monatlich 10 Euro für jedes Kind zwischen 6 und 18 Jahren in ein Altersvorsorgedepot. Allein diese staatlichen Beiträge können bei 6 Prozent Rendite bis zum 67. Lebensjahr auf rund 36.000 Euro anwachsen. 

Die häufig beste Option ist die Kinder-ETF-Rentenversicherung. Sie kombiniert die Flexibilität eines Depots mit den Steuervorteilen, die es nur im Versicherungsmantel gibt. Außerdem sind viele ETF-Rentenversicherungen für Kinder aufgrund der langen Laufzeit sehr kostengünstig.

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Welche Alternativen gibt es zur ETF Altersvorsorge?

ETFs sind ein starker Baustein, aber nicht der einzige, den es für die Altersvorsorge gibt. Für eine solide Altersvorsorge lohnt es sich, auch andere Optionen zu kennen und sie bewusst einzuordnen.

Wie schneiden Immobilien im Vergleich ab?

Wohnimmobilien erzielen in Deutschland inflationsbereinigt etwa 1 bis 2 Prozent Rendite pro Jahr, Welt-ETFs historisch 3 bis 4 Prozent real. Dazu kommen bei Immobilien hohe Anfangsinvestitionen, Kaufnebenkosten von bis zu 15 Prozent, laufende Instandhaltung und Verwaltungsaufwand. ETFs haben keinen davon.

Der entscheidende Vorteil der Immobilie ist der Hebeleffekt (Leverage Effekt). Wer eine Immobilie für 400.000 Euro kauft und 80.000 Euro Eigenkapital einsetzt, investiert mit Fremdkapital. Steigt die Immobilie um 5 Prozent auf 420.000 Euro, hat das eingesetzte Eigenkapital (80.000 Euro) eine Rendite von 25 Prozent erzielt, nicht 5 Prozent. Diesen Hebel gibt es beim ETF-Sparplan nicht. 

Der Hebeleffekt funktioniert in beide Richtungen: Fällt der Wert, verlierst du überproportional, und die Kreditrate läuft unabhängig vom Markt weiter.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Fazit

ETF-Altersvorsorge ist kein Trend, sondern der logische Weg, die Rentenlücke zu schließen: niedrige Kosten, breite Streuung und historisch starke Renditen von 7 bis 8 Prozent pro Jahr. Ab 2027 kommt mit dem Altersvorsorgedepot erstmals eine attraktive staatliche Förderung dazu.

Die größte Gefahr beim ETF-Investment ist häufig nicht der falsche ETF oder der falsche Einstiegszeitpunkt. Die größte Gefahr ist, nicht anzufangen. Wer heute anfängt, hat den größten Hebel. Wer wartet, verliert unwiederbringlich Zeit, und Zeit ist beim Vermögensaufbau der einzige Faktor, den kein Produkt ersetzen kann.

Es ist jedoch wichtig, nicht blind mit der Altersvorsorge zu starten. Die optimale Altersvorsorge-Strategie hängt von der individuellen Situation ab: Einkommen, Familienstand, Steuersatz, bestehende Verträge, Risikobereitschaft und konkrete Ziele im Alter. 

Als Versicherungsmakler sind wir ungebunden. Wir zeigen dir, welche Kombination aus ETF-Sparplan, Basisrente und ETF-Rentenversicherung in deinem Fall den größten Hebel hat. Gerade für Gutverdiener, Selbstständige und Unternehmer gibt es Stellschrauben, die den Unterschied zwischen einer guten und einer exzellenten Altersvorsorge ausmachen.

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Jannis und Martin stehen lächelnd nebeneinander, tragen Hemden, vor transparentem Hintergrund.

Disclaimer: 

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder individuelle Finanzberatung dar. Alle genannten Zahlen, Renditen und Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen und keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Investitionen in ETFs und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden, einschließlich des vollständigen Kapitalverlusts. Bitte wende dich vor einer Anlageentscheidung an einen Finanz- oder Steuerberater, der deine persönliche Situation kennt.

Über den Autor

Hi, ich bin Martin, Jahrgang 1988, aus Münster. Seit über 8 Jahren bin ich als geprüfter Versicherungsvermittler (IHK), geprüfter Finanzanlagenfachmann (IHK) und zertifizierter Experte für betriebliche Altersversorgung (DVA) in der Finanz- und Versicherungsbranche tätig.

Mit DieFinanzchecker haben wir uns darauf spezialisiert, Altersvorsorge nicht nur einfach, sondern vor allem verständlich zu erklären. Denn rund um das Thema kursieren genug Halbwahrheiten und Mythen. Die möchten wir aufräumen.

Wenn ich nicht gerade im Kundentermin sitze oder mich weiterbilde, bin ich großer Motorsportfan und schaue DTM oder Formel 1.

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