Zuletzt aktualisiert:
20.5.2026

Rürup-Rente für Selbstständige: Lohnt sich die Basisrente wirklich?

Rürup-Rente für Selbstständige: Warum sie für viele der wirksamste Steuerhebel in der Altersvorsorge ist, für wen sie sich lohnt und was du vor dem Abschluss wissen musst.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
Rürup-Rente für Selbstständige: Lohnt sie sich wirklich?
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Die Fakten

Das Wichtigste vorab

  • Die Rürup-Rente (Basisrente) ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge. Beiträge bis zu 30.826 Euro (Ledige) bzw. 61.652 Euro (Verheiratete) sind für 2026 vollständig als Sonderausgaben absetzbar.
  • Besonders lohnend ist sie für Selbstständige ab ca. 70.000 Euro zu versteuerndem Einkommen. Ab dieser Schwelle liegt der Grenzsteuersatz bei 42 %. 
  • Das angesparte Kapital gibt es ausschließlich als lebenslange monatliche Rente ab frühestens 62 Jahren. Eine Kündigung, Kapitalauszahlung oder vorzeitige Entnahme ist nicht möglich.
  • In der Rentenphase unterliegen die Auszahlungen der nachgelagerten Besteuerung: Der Besteuerungsanteil liegt für 2026 bei 84 % und steigt bis 2058 schrittweise auf 100 %.

Die Rürup-Rente bietet dir als Selbstständigem hohe Steuervorteile in der Ansparphase, eine lebenslange Rente im Alter und Pfändungsschutz, aber sie ist nicht für jeden die richtige Wahl. In über 15 Jahren als Altersvorsorge-Experten haben wir hunderte Selbstständige beraten und dabei gesehen: Für die einen ist die Rürup-Rente wirklich sinnvoll, für die anderen ein teures Missverständnis. Hier erfährst du, wann sie sich lohnt, wann nicht und worauf du beim Abschluss achten musst.

Was ist die Rürup-Rente und wie funktioniert sie für Selbstständige?

Die Rürup-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge. Du zahlst Beiträge ein, die bis zur Rente angespart werden. Die Beiträge hierbei kannst du als Sonderausgaben absetzen. 

Diese Steuersparnis kommt jedoch zu einem hohen Preis. Denn das Geld in der Rürup-Rente ist gebunden und du kannst es nicht einfach wieder entnehmen, wenn du es brauchst. 

Im Rentenalter wird dir das angesparte Kapital dann als lebenslange monatliche Rente ausgezahlt. Die Rente wird im Alter nachträglich besteuert. 

Der Gesetzgeber führte die Rürup-Rente 2005 durch das Alterseinkünftegesetz ein und benannte sie nach dem Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup. Sie ist speziell für Selbstständige und Freiberufler gemacht, die keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung haben.

Ansparphase und Rentenbeginn als Selbstständiger

Während der Ansparphase zahlst du flexible oder regelmäßige Beiträge in deinen Vertrag ein. Je nach gewählter Variante legt der Versicherer dein Geld klassisch mit garantierten Zinsen an, investiert es in Fonds und ETFs oder kombiniert beides. 

Ab dem Renteneintrittsalter (frühestens mit 62 Jahren bei Verträgen ab 2012) rechnet der Versicherer dein angespartes Kapital mithilfe eines Rentenfaktors in eine monatliche Leibrente (lebenslange Rente) um. Der Rentenfaktor gibt an, wie viel Euro Rente du pro 10.000 Euro Guthaben erhältst.

Der Rentenfaktor ist fast genauso wichtig wie die Rendite, da er über die Höhe der späteren Rente entscheidet. Rentenfaktoren liegen in der Regel zwischen 20 und 30 Euro pro 10.000 Euro Kapital.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Wie unterscheidet sich die Basisrente von der gesetzlichen Rente?

Rürup-Rente und gesetzliche Rentenversicherung gehören beide zur ersten Schicht der Altersvorsorge und bieten eine lebenslange Rente, aber die Unterschiede sind erheblich.

Kriterium Rürup-Rente Freiwillige GRV
Teilnahme Freiwillig, für jeden zugänglich Freiwillig für die meisten Selbstständigen
Finanzierung Kapitaldeckung, kapitalmarktabhängig Umlageverfahren, demografieabhängig
Erwerbsminderungsschutz Nur als optionaler Zusatzbaustein Ja, nach Mindestversicherungszeit
Hinterbliebenenrente Nur mit vertraglicher Zusatzvereinbarung Automatisch für Ehepartner und Kinder
Beitragshöhe Frei wählbar (bis 30.826 Euro jährlich steuerlich absetzbar) Fester Beitragssatz von 18,6 %
Vererbbarkeit Kapital verfällt ohne Zusatzklausel Hinterbliebenenrenten (Witwen- und Waisenrente) gesetzlich geregelt

Der wichtigste Unterschied: Die gesetzliche Rentenversicherung bietet automatisch Erwerbsminderungsschutz und Hinterbliebenenrente. Bei der Rürup-Rente sind beide Bausteine optional. Eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rente versichert sind unverzichtbar.

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Info

Welche Anlageformen stehen bei der Rürup-Rente für Selbstständige zur Verfügung?

Die Wahl der Anlageform entscheidet maßgeblich über die Höhe deiner spätere Rente als Selbstständiger.

  • Die klassische Rürup-Rente legt dein Geld zu einem vorher festgelegten Garantiezins an. Aktuell beläuft sich dieser auf 1 Prozent plus möglicher Überschussbeteiligung. Die Gesamtrendite nach Kosten liegt oft knapp über der Inflationsrate, die Sicherheit ist dafür hoch.
  • Die fondsgebundene Rürup-Rente investiert deine Beiträge vollständig in Fonds oder ETFs. Langfristig sind 4 bis 6 Prozent Rendite realistisch, ohne Kapitalgarantie. ETF-basierte Tarife haben dabei deutlich niedrigere Effektivkosten als klassische Fondstarife und sind für die meisten Selbstständigen mit langer Laufzeit die sinnvollere Wahl.
  • Die hybride Rürup-Rente teilt die Beiträge auf einen garantierten und einen fondsgebundenen Anteil auf. Mehr Sicherheit als die rein fondsgebundene Variante, aber geringere Renditechancen und in der Regel höhere Kosten.

Als Faustregel gilt: Wenn du noch mindestens 15 Jahre bis zur Rente hast, solltest du eine fondsgebundene Rürup-Rente mit ETFs bevorzugen.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Wie profitiere ich als Selbstständiger von den Steuervergünstigungen der Rürup-Rente?

Seit 2023 sind 100 Prozent der Rürup-Beiträge bis zum jährlichen Höchstbetrag von 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für Verheiratete (Stand 2026) als Sonderausgaben absetzbar.

Welche Beiträge kann ich als Selbstständiger steuerlich geltend machen?

Der Höchstbetrag gilt dabei nicht allein für die Rürup-Rente, sondern für alle Altersvorsorgeaufwendungen der ersten Schicht zusammen. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu Versorgungswerken werden davon abgezogen. Beiträge über den Höchstbetrag hinaus sind möglich, bringen aber keinen Steuervorteil.

Ein Beispiel: Bei freiwilligen Einzahlungen von 9.300 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung bleiben dir noch 30.826 minus 9.300 = 21.526 Euro für Rürup-Beiträge.

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Info

Wie wirkt sich mein persönlicher Steuersatz auf die Ersparnis aus?

Deine tatsächliche Steuerersparnis ergibt sich so: Rürup-Einzahlung × dein persönlicher Grenzsteuersatz. Die folgende Tabelle zeigt, wie unterschiedlich der Effekt bei verschiedenen Einkommensstufen ausfällt.

Zu versteuerndes Einkommen Grenzsteuersatz (ca.) Rürup-Einzahlung Steuerersparnis Nettoaufwand
35.000 € 30 % 8.000 € 2.400 € 5.600 €
50.000 € 35 % 10.000 € 3.500 € 6.500 €
70.000 € 42 % 15.000 € 6.300 € 8.700 €
120.000 € 42 % 25.000 € 10.500 € 14.500 €
300.000 € 45 % 30.826 € 13.872 € 16.954 €

Bin ich als Freiberufler oder Gesellschafter-Geschäftsführer berechtigt?

Grundsätzlich kann jeder Steuerpflichtige in Deutschland eine Rürup-Rente abschließen. Für bestimmte Berufsgruppen gibt es aber wichtige Besonderheiten.

Freiberufler ohne Versorgungswerk

Freiberufler ohne Zugehörigkeit zu einem berufsständischen Versorgungswerk (etwa IT-Berater, Unternehmensberater, Coaches etc.) können den vollen Höchstbetrag von 30.826 Euro (Ledige) nutzen. Pflichtbeiträge, die vom Höchstbetrag abgezogen werden, gibt es nicht.

Freiberufler mit Versorgungswerk

Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater und andere kammerpflichtige Freiberufler zahlen Pflichtbeiträge in ihr Versorgungswerk. Diese werden auf den Rürup-Höchstbetrag angerechnet. Wer 15.000 Euro Pflichtbeitrag ins Versorgungswerk zahlt, kann noch rund 15.826 Euro in die Rürup-Rente einzahlen. Freiwillige Zusatzbeiträge ins Versorgungswerk werden ebenfalls angerechnet und reduzieren den Rürup-Spielraum weiter.

Künstler und Publizisten über die KSK

Wer über die Künstlersozialkasse versichert ist, zahlt Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Diese werden genauso auf den Rürup-Höchstbetrag angerechnet wie bei Angestellten. Bei einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro und einem GRV-Beitrag von rund 5.580 Euro verbleiben noch etwa 25.246 Euro Rürup-Spielraum. Da KSK-Versicherte oft niedrigere Einkommen haben und damit einen niedrigeren Grenzsteuersatz, ist der Steuerhebel der Rürup-Rente für sie geringer als für Gutverdiener.

Handwerker mit Handwerksrollenpflicht

Bestimmte Handwerksberufe unterliegen der Rentenversicherungspflicht für Selbstständige nach § 2 SGB VI, darunter etwa Maurer, Elektriker und Friseure. Diese Pflichtbeiträge werden ebenfalls auf den Rürup-Höchstbetrag angerechnet. Wer nach 18 Jahren aus der Pflichtversicherung ausscheiden kann und das tut, hat ab diesem Zeitpunkt den vollen Höchstbetrag zur Verfügung. 

Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH

Für Gesellschafter-Geschäftsführer gelten besondere Regeln. Eine vorhandene betriebliche Altersvorsorge (etwa eine Direktversicherung) kürzt den Rürup-Höchstbetrag um einen fiktiven GRV-Beitrag. Der Bundesfinanzhof hat das im Urteil X R 35/12 bestätigt. 

Dieses Beispiel zeigt, wie das als GGF aussehen kann:

Position Betrag (2026)
Höchstbetrag Ledige 30.826 €
Bruttogehalt 75.000 €
Fiktiver GRV-Beitrag (18,6 %) 13.950 €
Verbleibender Rürup-Spielraum 16.876 €

Für jeden Beruf die passende Rürup

Ob Handwerker, Anwalt oder IT-Berater. Wir finden die passende Rürup-Rente, die zu dir und deiner Situation passt.

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Welche Nachteile und Einschränkungen hat die Rürup-Rente für Selbstständige?

Die Steuervorteile haben ihren Preis. Wer das bei Vertragsabschluss unterschätzt, kann sich langfristig in eine unkomfortable Situation manövrieren.

Kann ich meinen bestehenden Vertrag wechseln?

Ein Anbieterwechsel ist rechtlich nicht garantiert. Weder der alte noch der neue Anbieter sind zur Zustimmung verpflichtet. In der Praxis akzeptieren einige Versicherer Transfers nach individueller Prüfung. Ist ein Wechsel nicht möglich, bleiben zwei Optionen: Den alten Vertrag beitragsfrei stellen und parallel einen neuen abschließen, wobei beim neuen Vertrag erneut Abschlusskosten anfallen. Oder den alten Vertrag trotz unbefriedigender Konditionen weiterführen.

Kann ich meinen Vertrag vorzeitig kündigen oder Kapital entnehmen?

Nein. Nach Ablauf der Widerrufsfrist ist eine Kündigung deines Rürup-Vertrags nicht mehr möglich. Dein eingezahltes Kapital ist dauerhaft gebunden

Konkret bedeutet das: Auf dein Rürup-Guthaben ist kein Zugriff möglich. Weder für einen Immobilienkauf noch zur Überbrückung eines Liquiditätsengpasses, bei unerwarteter Krankheit oder für eine neue Geschäftschance. Das ist besonders heikel bei volatilen Einkommen, und das ist bei vielen Selbstständigen der Normalfall.

Wenn du die Beiträge nicht mehr leisten willst oder kannst, kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen: Die Zahlungen stoppen, der Vertrag läuft aber weiter. Das bedeutet, dass sowohl das Kapital (wenn es in ETFs investiert ist) weiter am Kapitalmarkt aktiv ist, aber auch die Verwaltungskosten weiterhin abgezogen werden.

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Info

Ist meine Rürup-Rente vererbbar und übertragbar?

Die Vererbbarkeit deiner Rürup-Rente ist stark eingeschränkt. Das ist einer der gravierendsten Nachteile. Stirbst du als Versicherungsnehmer, verfällt dein eingezahltes Kapital zugunsten der Versichertengemeinschaft. Deine Erben erhalten nichts.

Die einzige Möglichkeit, das zu ändern: Bei Vertragsabschluss einen Hinterbliebenenschutz als Zusatzbaustein vereinbaren. Dieser kostet je nach Variante zwischen 5 und 15 % der späteren Rente. 

Und selbst dann sind die Begünstigten auf Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder beschränkt. Geschwister, Eltern, Geschäftspartner und Lebensgefährten ohne Trauschein können keine Rürup-Rente vererbt bekommen. 

Die Optionen im Detail:

  • Beitragsrückgewähr: Im Todesfall vor Rentenbeginn erhalten Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder die eingezahlten Beiträge als Einmalauszahlung zurück. Sie ist die günstigste Option, gibt aber nur die Beiträge zurück, nicht das angesparte Kapital mit Erträgen.
  • Hinterbliebenenrente: Die vereinbarte Rente wird nach dem Tod lebenslang an den Ehepartner oder kindergeldberechtigte Kinder weitergezahlt, typischerweise 60 Prozent der Hauptrente. Die Rentenreduktion hängt vom Anbieter und Tarif ab und sollte immer konkret ausgewiesen werden.
  • Rentengarantiezeit: Die Rentenzahlung läuft nach dem Tod für einen festgelegten Zeitraum, typischerweise 10 oder 20 Jahre, weiter. Wenn man mit 67 in Rente geht, 20 Jahre Rentengarantiezeit hat und mit 70 Jahren stirbt, erhalten die Erben bis zum 87. Lebensjahr trotzdem weiterhin die Rente.  

Welche Option in deiner Situation sinnvoll ist, sollte idealerweise vor Abschluss geklärt werden. Bei vielen Anbietern ist eine nachträgliche Änderung des Hinterbliebenenschutzes nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Wie ist der Schutz vor Pfändung und Bürgergeld bei der Rürup geregelt?

Beim Bürgergeld-Bezug bringt die Rürup-Rente einen klaren Vorteil: Das Guthaben zählt nicht als verwertbares Vermögen. Anders als bei einem normalen Sparkonto oder ETF-Depot muss das Rürup-Guthaben nicht aufgebraucht werden, bevor Bürgergeld bezogen werden kann.

Das Rürup-Guthaben ist insolvenzgeschützt und in der Ansparphase vor Pfändung geschützt, solange der Vertrag unkündbar und nicht übertragbar ist. Das Kapital ist dabei bis zu einem altersabhängigen Freibetrag nach § 851c ZPO geschützt. Jedoch nicht in unbegrenzter Höhe. Beiträge die über diesen Freibetrag hinausgehen sind nur noch eingeschränkt geschützt. 

Nach Rentenbeginn werden laufende Rentenzahlungen wie Arbeitseinkommen behandelt und können bis zur gesetzlichen Pfändungsfreigrenze gepfändet werden.

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Info

Wie wird meine Rente später besteuert und ausgezahlt?

Die Steuervorteile der Ansparphase sind nur die eine Seite der Medaille. Im Alter ist deine Rürup-Rente zu versteuern, und je nach Rentenbeginn kann der steuerpflichtige Anteil erheblich sein.

Welcher Besteuerungsanteil gilt und ab welchem Alter?

Deine Rürup-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung nach dem Alterseinkünftegesetz. Was du in der Ansparphase an Steuern sparst, ist im Rentenalter nachzuzahlen, idealerweise zu einem niedrigeren Steuersatz. Der Besteuerungsanteil richtet sich nach dem Jahr deines Rentenbeginns und steigt jährlich an:

Rentenbeginn Besteuerungsanteil Steuerfreier Anteil
2026 84,0 % 16,0 %
2030 86,0 % 14,0 %
2040 91,0 % 9,0 %
2050 96,0 % 4,0 %
Ab 2058 100,0 % 0,0 %

Der steuerfreie Anteil wird im Jahr des Renteneintritts einmalig als absoluter Eurobetrag festgeschrieben und gilt lebenslang. Wer 2026 mit 1.000 Euro monatlicher Rente in Rente geht, hat dauerhaft 160 Euro pro Monat steuerfrei. Steigt die Rente später auf 1.100 Euro, bleiben trotzdem nur 160 Euro steuerfrei.

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Welche Faktoren beeinflussen meine monatliche Rentenhöhe?

Deine monatliche Rente berechnet sich nach einer einfachen Formel: Vertragsguthaben bei Rentenbeginn ÷ 10.000 × Rentenfaktor

Der Rentenfaktor gibt an, wie viel Euro monatliche Rente pro 10.000 Euro Guthaben gezahlt werden. Ein Beispiel: Bei einem Vertragsguthaben von 150.000 Euro und einem garantierten Rentenfaktor von 25 Euro beträgt deine monatliche Rente 150.000 ÷ 10.000 × 25 = 375 Euro.

Der Rentenfaktor variiert stark zwischen Anbietern. Typisch sind aktuell Werte zwischen 20 und 30 Euro pro 10.000 Euro Guthaben. 

Wichtig: Der Rentenfaktor sollte garantiert sein und darf keine Treuhänderklausel enthalten, die dem Versicherer erlaubt, den Faktor nachträglich abzusenken.

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Info

Zahle ich im Alter wirklich weniger Steuern als heute?

Die Rürup-Logik setzt voraus, dass der Steuersatz im Rentenalter niedriger ist als während der Erwerbsphase. Das trifft häufig zu, aber nicht immer.

Wer im Rentenalter ausschließlich die Rürup-Rente bezieht, hat in der Regel ein deutlich niedrigeres zu versteuerndes Einkommen als während der Erwerbsphase. Der Steuervorteil ist dann real.

Wer hingegen im Rentenalter weitere Einkommensquellen hat, muss das genau durchrechnen. Mieteinnahmen aus Immobilien, Kapitaleinkünfte, Entnahmen aus einem ETF-Depot oder eine gesetzliche Rente können das zu versteuernde Einkommen im Alter erheblich erhöhen. In solchen Fällen kann der Grenzsteuersatz im Rentenalter ähnlich hoch sein wie während der Erwerbsphase, und der Vorteil der Rürup-Rente schrumpft entsprechend.

Für Selbstständige mit mehreren Einkommensquellen im Alter ist eine individuelle Steuerplanung vor Vertragsabschluss deshalb unverzichtbar.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Sollte ich meine Rürup-Rente mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kombinieren? 

Gerade Selbstständigen wird oft geraten, die Rürup-Rente mit einer BU-Versicherung zu kombinieren. 

Der Vorteil: Die BU-Beiträge sind steuerlich bis zum Höchstbeitrag von 30.826 € absetzbar (wenn noch nicht ausgeschöpft). 

Der Nachteil: Eine BU-Rente aus einem Kombivertrag wird nachgelagert besteuert, 2026 zu 84 Prozent mit dem persönlichen Steuersatz. 

Eine separate BU-Versicherung wird dagegen nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Also deutlich weniger. 

Position Kombivertrag Separate BU
BU-Rente brutto 3.000 € 3.000 €
Steuerpflichtiger Anteil 84 % 22 % (Ertragsanteil)
Steuer (30 % Steuersatz) 756 € 198 €
Nettorente 2.244 € 2.802 €

Der Unterschied zwischen den beiden BU-Renten beträgt 558 Euro monatlich, also knapp 6.700 Euro pro Jahr. Je höher der persönliche Steuersatz im Leistungsfall, desto größer der Unterschied.

Dazu kommt ein weiteres Risiko: Wird der Rürup-Vertrag beitragsfrei gestellt, gerät auch der BU-Schutz in Gefahr, da beide Bausteine in der Regel nicht getrennt fortgeführt werden können.

Die sauberere Lösung ist, Rürup-Rente und BU-Versicherung getrennt voneinander abzuschließen. Auch, weil eine Versicherung mit einer guten Rürup nicht auch eine gute BU anbieten muss.

Martin Schmidt
Geschäftsführer DieFinanzchecker
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Expertenmeinung

Welche Alternativen zur Rürup-Rente gibt es für Selbstständige?

Die Rürup-Rente ist nicht deine einzige Option für die Altersvorsorge bei Selbstständigen. In vielen Fällen ist eine Kombination verschiedener Bausteine die klügere Strategie. 

Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung?

Als Selbstständiger kannst du freiwillig in die GRV einzahlen. Die Beiträge sind steuerlich absetzbar und teilen sich denselben Höchstbetrag der ersten Schicht mit der Rürup-Rente. Das Geld wird nicht am Kapitalmarkt angelegt, weshalb die Rendite in der Regel deutlich unter der einer fondsgebundenen Rürup-Rente liegt. Der freiwillige Mindestbeitrag liegt hier bei 112,16 Euro.

Ein Vorteil, den diese Option hat, ist, dass nach fünf Versicherungsjahren Anspruch auf Erwerbsminderungsrente entsteht.

Gerade, wer aufgrund von bestehenden Krankheiten keine BU abschließen kann, kann so zumindest einen teilweisen Schutz erhalten. Dieser ersetzt eine vollständige BU jedoch nicht.

Martin Schmidt
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Riester-Rente

Selbstständige sind in der Regel nicht riesterfähig, da Riester für GRV-Versicherte konzipiert wurde. Wer als Selbstständiger freiwillig in die GRV einzahlt, ist dadurch direkt riesterfähig und erhält die volle Förderung: 175 Euro Grundzulage plus 300 Euro Kinderzulage pro Kind. Wer nicht selbst riesterfähig ist, aber einen riesterfähigen Ehepartner hat, kann als mittelbar Förderberechtigter riestern und erhält ebenfalls die volle Zulage bei einem Eigenanteil von nur 60 Euro jährlich. Ab 2027 wird Riester ohnehin durch das Altersvorsorgedepot ersetzt.

Altersvorsorgedepot ab 2027

Das Altersvorsorgedepot steht auch Selbstständigen offen. Die Grundzulage beträgt maximal 540 Euro jährlich bei 1.800 Euro Eigenbeitrag, dazu kommen 300 Euro Kinderzulage pro Kind. Der steuerlich absetzbare Betrag ist auf 1.800 Euro gedeckelt, was für Gutverdiener kaum relevant ist. Zudem kann man das Depot zwar vererben, jedoch nur, wenn alle Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt wurden. Als ergänzender Baustein neben der Rürup-Rente lohnt es sich aber, besonders mit Kindern.

Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung bietet keine Steuerförderung in der Ansparphase, dafür aber im Alter. Dort wird nur der Ertragsanteil besteuert. Mit 67 Jahren müssen nur 17 Prozent der monatlichen Rente zu dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Zudem hat man bei der Variante ein Kapitalwahlrecht und eine freie Bezugsberechtigung. 

ETF-Sparplan

Der ETF-Sparplan bietet maximale Flexibilität: jederzeit zugänglich, vollständig vererbbar, keine Bindung. Kursgewinne werden mit effektiv rund 18,5 Prozent besteuert (Abgeltungsteuer nach Teilfreistellung). Wer einen Grenzsteuersatz von 42 Prozent hat, muss für dieselbe Einzahlung fast doppelt so viel Bruttoeinkommen aufwenden wie bei Rürup. Dafür bleibt das Kapital jederzeit verfügbar.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für reine Selbstständige ohne GmbH-Struktur normalerweise kein Thema, weil es keinen Arbeitgeber gibt, der die bAV trägt. Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH können allerdings für sich selbst eine bAV strukturieren, etwa über eine Unterstützungskasse oder Direktzusage.

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Info
Kriterium Rürup-Rente Altersvorsorgedepot Private RV ETF-Sparplan Freiwillige GRV
Steuerförderung Ansparphase Ja, bis 30.826 € absetzbar Zulagen bis 540 € + Kinderzulagen, bis 1.800 € absetzbar Nein Nein Ja, teilt Höchstbetrag mit Rürup
Besteuerung Rentenphase 84 bis 100 % steuerpflichtig Geförderter Anteil: persönl. Steuersatz Nach Ertragsanteil Effektiv ca. 18,5 % (Stand 2026) Nachgelagert bis 2058
Kapitalauszahlung Nicht möglich Ab 65 möglich Ja, möglich Ja, jederzeit Nicht möglich
Kündigung Nicht möglich Möglich, Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen Ja Ja Beiträge anpassbar
Vererbbarkeit Nur Ehepartner und Kinder Möglich, Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen Uneingeschränkt Uneingeschränkt Hinterbliebenenrente
Pfändungsschutz Ja Nein Eingeschränkt Nein Ja
Für Selbstständige Ja Ja Ja Ja Ja, freiwillig

Wie finde ich den passenden Anbieter und Vertrag als Selbstständiger?

Die Wahl des richtigen Anbieters ist bei der Rürup-Rente wichtiger als bei fast jedem anderen Vorsorgeprodukt. Der Vertrag ist nicht kündbar, was du heute abschließt, gilt bis zur Rente. Drei Punkte sind für die spätere Rente entscheidend:

  • Effektivkosten: Die Effektivkostenquote zeigt, wie stark die Gesamtkosten die jährliche Rendite schmälern. Der Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Vertrag kann über 30 Jahre einen fünfstelligen Betrag ausmachen.
  • Garantierter Rentenfaktor: Er legt fest, wie viel monatliche Rente du pro 10.000 Euro Guthaben erhältst. Die Anbieter unterscheiden sich hier stark voneinander. Zwei Verträge mit identischer Rendite können bei Rentenbeginn zu sehr unterschiedlichen Renten führen, wenn der Rentenfaktor sich stark unterscheidet.
  • Fondsauswahl: Bei fondsgebundenen Tarifen sollte eine breite Auswahl an kostengünstigen ETFs verfügbar sein. Prüfe außerdem, ob und wie oft eine Umschichtung zwischen Fonds kostenlos möglich ist.

Fazit: Wann lohnt sich die Rürup-Rente für Selbstständige?

Die Rürup-Rente lohnt sich für Selbstständige, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: ein Grenzsteuersatz von mindestens 35 Prozent und ein stabiles, planbares Einkommen. Wer 10.000 Euro einzahlt und 42 Prozent Grenzsteuersatz hat, zahlt davon netto nur 5.800 Euro aus eigener Tasche. Wer jedoch gerade gründet oder mit schwankendem Einkommen arbeitet, sollte vorsichtig sein. Das eingezahlte Kapital ist unwiderruflich gebunden und bei Liquiditätsengpässen nicht verfügbar.

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Häufige Fragen

Für wen macht eine Rürup-Rente Sinn?

Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbstständige und Freiberufler mit hohem Einkommen, die den vollen Höchstbetrag steuerlich nutzen können. Auch gutverdienende Angestellte mit einem Grenzsteuersatz ab 42 Prozent profitieren. Wer hingegen Flexibilität braucht oder ein schwankendes Einkommen hat, sollte andere Bausteine in Betracht ziehen.

Wann ist eine Rürup-Rente sinnvoll?

Wenn drei Faktoren zusammenkommen: ein Grenzsteuersatz ab rund 35 Prozent, ein stabiles Einkommen und eine deutlich niedrigere Steuerlast im Alter als heute. Besonders sinnvoll für Selbstständige und Freiberufler ohne Versorgungswerk oder GRV, die den vollen oder einen hohen Teil des Höchstbetrages ausschöpfen können.

Was sind die Nachteile der Rürup-Rente?

Das Kapital ist bis zur Rente gebunden. Es gibt keine Möglichkeit zur Kapitalauszahlung, alles wird als lebenslange Rente ausgezahlt. Eine vorzeitige Kündigung ist nicht möglich, Beitragsfreistellung schon. Die Vererbbarkeit ist eingeschränkt: Im Todesfall können nur Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder abgesichert werden. Und die Rente wird im Alter mit dem dann geltenden persönlichen Steuersatz voll besteuert.

Was sind die Vorteile einer Basisrente?

Beiträge bis zu 30.826 Euro jährlich sind vollständig steuerlich absetzbar. Das angesparte Kapital ist pfändungssicher und wird beim Bürgergeld nicht als Vermögen angerechnet. Die Auszahlung erfolgt lebenslang, unabhängig davon, wie alt man wird.

Über den Autor

Hi, ich bin Martin, Jahrgang 1988, aus Münster. Seit über 8 Jahren bin ich als geprüfter Versicherungsvermittler (IHK), geprüfter Finanzanlagenfachmann (IHK) und zertifizierter Experte für betriebliche Altersversorgung (DVA) in der Finanz- und Versicherungsbranche tätig.

Mit DieFinanzchecker haben wir uns darauf spezialisiert, Altersvorsorge nicht nur einfach, sondern vor allem verständlich zu erklären. Denn rund um das Thema kursieren genug Halbwahrheiten und Mythen. Die möchten wir aufräumen.

Wenn ich nicht gerade im Kundentermin sitze oder mich weiterbilde, bin ich großer Motorsportfan und schaue DTM oder Formel 1.

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